Internationale Jännerrallye im Mühlviertel

Die Jänner-Rallye in Oberösterreich kann auf eine lange Geschichte im österreichischen Motosport zurück blicken. In den 1980er Jahren war die Jänner-Rallye im Mühlviertel einer der wichtigsten Rallye-Staatsmeisterschaftsläufe in Österreich und zählte auch zur Rallye-Europameisterschaft. Zwischen 2012 und 2015 zählte die Rallye im Jänner nach einer längeren Pause wieder zur Rallye-Europameisterschaft und neben der österreichischen auch zur tschechischen Rallye-Staatsmeisterschaft.

Laut Obmann Ferdinand Staber Bilanz seien die motorsportlichen Aktivitäten des RCM zwischen 2003 und 2015 nach internationalen Maßstäben hervorragend organisiert und zwölf Mal die Jännerrallye sowie je drei Mal das Pirelli Shootout für die Rallyeweltmeisterschaft und die Mühlviertel Rallye  unfallfrei durchgeführt wurden. Mehr als fünf Millionen Euro wurden umgesetzt und die Umwegrentabilität mit rund 40 bis 45 Millionen Euro beziffert.

Aus für Internationale Jännerrallye

In einer Presseaussendung gaben die Veranstalter bekannt, dass die Internationale Jännerrallye im Raum Freistadt / Oberösterreich 2016 nicht statt findet. Gründe für die Absage der Rallye im Mühlviertel sehen die Veranstalter darin, dass der Trend der Teilnehmerzahlen seit 2012 stetig nach unten geht. Eine Trendumkehr sei in absehbarer Zeit nicht in Sicht, da viele Teams mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen. Der Rallye Club Mühlviertel muss mit den Zuschauereinnahmen rund 30 Prozent des Budgets von jährlich 650.000 bis 700.000 Euro decken. Aufgrund der nicht vorhersehbaren Wettersituation sei das finanzielle Risiko für die Veranstaltung sehr hoch. Zudem stiegen die Kosten für die Durchführung der Internationalen Jännerrallye seit 2012 um 47 Prozent. Laut dem Rallye Club würde es an Akzeptanz in der Rallyeszene fehlen, so wurde beispielsweise vor der letzten Jännerrallye von der österreichischen Rallyszene zum Boykott des Winterklassikers im Mühlviertel aufgerufen.

Der RCM bemängelt bereits länger, dass die Internationale Motorsportbehörde FIA und Eurosport nicht in der Lage oder bereit sind, bis Mitte August einen ERC-Kalender für das nächste Jahr zu fixieren, obwohl dies bereits mehrmals gefordert wurde. Dies hätte der Jännerrallye im letzten Jahr rund 10 bis 15 Startet gekostet. Weiters wurden die nicht-geänderten Sendezeiten auf Eurosport kritisiert, da Sport-Übertragungen nach 23 Uhr im österreichischen und europäischen Raum keine Primetime dar stellen.

Ergebnisse der letzten Jänner-Rallye

Auf Grund der total winterlichen Bedingungen war 2015 das Interesse der Rallyefans besonders groß, rund 140.000 Zuschauer konnten an den drei Veranstaltungstagen in der Region begrüßt werden. Sie waren von den äußerst spektakulären Fahrten der Rallyestars mehr als begeistert.

71 Teams hatten im Vorfeld genannt, tatsächlich sind 66 Mannschaften an den Start gegangen. Intensiver Schneefall setzte erst unmittelbar vor dem Beginn der Rallye ein und erreichte am Sonntag und Montag seinen absoluten Höhepunkt. Diese Bedingungen stellten an die Aktiven und ihre Teams hohe Anforderungen, die von dort aber glänzend gemeistert wurden.

Endstand ERC nach 18 S0nderprüfungen

  1. Kajetan Kajetanowicz/Jaroslaw Baran POL/POL Ford Fiesta R5 2:50:52,6 Std
  2. Robert Consani//Maxime Vilmot FRA/FRA Peugeot 207 S2000 +7:07,4 Min
  3. Alexey Lukyanuk/Yevhen Chervonenko BLR/BLR Ford Fiesta R5 +8:28,1 Min
  4. Jaromir Tarabus/Daniel Trunkát TCH/TCH Skoda Fabia S2000 +8:48,8 Min
  5. Martin Fischerlehner/Tobias Unterweger AUT/AUT Mitsubishi Evo IX R4 +22:38,6 Min
  6. Jonathan Hirschi/Vincent Landais SUI/SUI Peugeot 208 T16 +27:26,9 Min
  7. Antonin Tlustak/Ladislav Kucera TCH/TCH Wkoda Fabia S2000 +27:29,7 Min
  8. Vojtéch Stajf/Frantisek Rajnoha TCH/TCH Subaru Impreza STi +28:18,6 Min
  9. David Botka/Peter Mihalik UNG/UNG Mitsubishi Evo IX R4 +30:38,5 Min
  10. Jean-Michel Raoux/Thomas Escartefigue FRA/FRA Ford Fiesta R5 +35:00,5 Min

Quelle: Rally Club Mühlviertel, Foto: Kajetan Kajetanowicz (c) Harald Illmer

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